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Rudolf Steiner sagte:

"Aus der Geisteswissenschaft ist bekannt, daß in den alten Zeiten,

namentlich in der atlantischen Zeit, so etwas wie eine Art

menschlicher Ursprache vorhanden war, eine Art von Sprechen,

welche über die ganze Erde hin ähnlich war, weil «Sprechen» in

jenen Zeiten viel mehr aus dem Innersten der Seele kam als heute.

Das kann schon aus folgendem entnommen werden. In den

atlantischen Zeiten empfanden die Menschen alle äußeren

Eindrücke so, daß die Seele, wenn sie etwas Äußeres ausdrücken

wollte mit einem Laut, gedrängt wurde zu einem Konsonanten.

Was also im Räume vorhanden war, drängte dazu, konsonantisch

nachgeahmt zu werden. Das Wehen des Windes, das Rauschen

der Wellen, das Geschütztsein durch ein Haus empfand man und

ahmte es nach durch Konsonanten. Was man dagegen innerlich

erlebte an Schmerz oder Freude, oder auch, was ein anderes

Wesen empfinden konnte, das ahmte man nach im Vokal. Daraus

kann man sehen, daß die Seele im Sprechen zusammenwuchs mit

den äußeren Vorgängen oder Wesenheiten.

Aus der Akasha-Chronik ergibt sich das folgende. Einer Hütte, die

sich nach der alten Art über eine Familie wölbte und dieser Schutz

und Schirm gab, näherte sich zum Beispiel ein Mensch,

beobachtete die Hütte in der Art, wie sie sich wölbte als Form

räumlich über der Familie. Das schützende Sichwölben der Hütte

drückte er durch einen Konsonanten aus, und daß darinnen

Seelen in Leibern sich wohl befinden — was er mitfühlen konnte -,

drückte er durch einen Vokal aus. Da entstand der Gedanke:

«Schutz», «Schutz habe ich», «Schutz über menschlichen

Leibern». Dieser Gedanke ergoß sich dann in Konsonanten und

Vokale, die nicht anders sein konnten, als sie waren, weil sie

eindeutig ein unmittelbarer Abdruck des Erlebnisses waren. Das

war über die ganze Erde hin so. Es ist kein Traum, daß es eine

menschliche «Ursprache» gegeben hat. Und in einem gewissen

Sinne verstehen die Eingeweihten aller Völker noch

nachzuempfinden diese Ursprache. Ja, in allen Sprachen sind

gewisse Lautanklänge, die nichts anderes sind als Reste dieser

menschlichen Ursprache."



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