denken

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Hammer der Umwälzung

Klirren des Seins

zweites Leben im Möglichen

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Denken wandert im Land der Bedeutung.

Durch seine Wanderung wird das Denken schwerer

und verschmilzt schließlich mit seinen Gedankenbäumen und seinem Traumschnee.



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Philosophie denkt ohne seelisches Trinken, sie ist Licht ohne Liebe.

In der Wüste der Erkenntnis kann der Denker schlecht scherzen.

Kakteen lachen nie.

Die Gedanken der Philosophie sind hart wie alter Käse.

Philosophen auf dem Weg der Heilung fangen an zu dichten.

Poesie bringt Wasser in die Wüste.



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Es war einmal ein Philosoph namens Martin Heidegger (1889-1976).

Er war Schwabe, Denker, Teilzeitnazi und ein großer Freund von Freundinnen.

Im Vorwort zu seinem Buch „Holzwege“ schreibt Heidegger:


''Holz lautet ein alter Name für Wald. Im Holz sind Wege,

die meist verwachsen jäh im Unbegangenen aufhören. Sie heißen Holzwege.

Jeder verläuft gesondert, aber im selben Wald.

Oft scheint es, als gleiche einer dem anderen. Doch es scheint nur so.

Holzmacher und Waldhüter kennen die Wege.

Sie wissen, was es heißt, auf dem Holzweg zu sein.''


Der persönliche Holzweg Heideggers führte ihn zum Nationalsozialismus.

Aus diesem Urwald des Wahns fand er wieder zurück ins Holz der Bedenklichkeit.


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Heidegger gab uns Folgendes zu bedenken:

''In das, was Denken heißt, gelangen wir, wenn wir selber denken. Damit ein solcher Versuch glückt, müssen wir bereit sein, das Denken zu lernen. Sobald wir uns auf dieses Lernen einlassen, haben wir auch schon zugestanden, daß wir das Denken noch nicht vermögen. Aber der Mensch heißt doch der, der denken kann – und das mit Recht. Denn er ist das vernünftige Lebewesen. Die Vernunft, die ratio, entfaltet sich im Denken. Als das vernünftige Lebewesen muß der Mensch denken können, wenn er nur will. Indes will der Mensch vielleicht denken und kann es doch nicht. Am Ende will er bei diesem Denkenwollen zu viel und kann deshalb zu wenig. Der Mensch kann denken, insofern er die Möglichkeit dazu hat. Allein dieses Mögliche verbürgt uns noch nicht, daß wir es vermögen. Denn wir vermögen nur das, was wir mögen. Aber wir mögen wiederum wahrhaft nur Jenes, was seinerseits uns selber und zwar uns in unserem Wesen mag, indem es sich unserem Wesen als das zuspricht, was uns im Wesen hält. Halten heißt eigentlich hüten, auf dem Weideland weiden lassen. Was uns in unserem Wesen hält, hält uns jedoch nur so lange, als wir selber von uns her das Haltende be-halten. Wir behalten es, wenn wir es nicht aus dem Gedächtnis lassen. Das Gedächtnis ist die Versammlung des Denkens. Worauf? Auf das, was uns hält, insofern es bei uns bedacht ist, bedacht nämlich deshalb, weil Es das zu-Bedenkende bleibt. Das Bedachte ist das mit einem Andenken Beschenkte, beschenkt, weil wir es mögen. Nur wenn wir das mögen, was in sich das zu-Bedenkende ist, vermögen wir das Denken.

Um das Denken zu vermögen, müssen wir es lernen. Was ist Lernen? Der Mensch lernt, insofern er sein Tun und Lassen zu dem in die Entsprechung bringt, was ihm jeweils an Wesenhaftem zugesprochen wird. Das Denken lernen wir, indem wir auf das achten, was es zu bedenken gibt.

Unsere Sprache nennt z. B. das, was zum Wesen des Freundes gehört, das Freundliche. Dementsprechend nennen wir jetzt das, was in sich das zu-Bedenkende ist: das Bedenkliche. Alles Bedenkliche gibt zu denken. Aber es gibt diese Gabe immer nur insoweit, als das Bedenkliche von sich her schon das zu-Bedenkende ist. Wir nennen jetzt und in der Folge dasjenige, was stets, weil einsther und allem voraus, zu bedenken bleibt: das Bedenklichste. Was ist das Bedenklichste? Wie zeigt es sich in unserer bedenklichen Zeit?

Das Bedenklichste ist, daß wir noch nicht denken; immer noch nicht, obgleich der Weltzustand fortgesetzt bedenklicher wird...''

Wer geistig stabil ist und weiterlesen möchte, der kann das hier tun:

Was heißt Denken? von Martin Heidegger

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