Klangsprache



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In einer Klangsprache sprechen die Wörter durch ihren Lautklang.

Ein sprechendes Wort ist kein Träger von Bedeutung, es ist selbst Bedeutung.

Klang und Bedeutung bilden in einer Klangsprache eine Einheit.

Das sprechende Wort lebt und wird nicht in Gewohnheit sterben,

es ist die zukünftige Kultur der Menschheit.

Wenn man sich in diese Klangsprache eingelebt hat,

so wird man auch Begriffe (er)finden können,

die es in den herkömmlichen Sprachen gar nicht gibt.

Dann werden diese Worte Fleisch werden.



Ähnlich wie in der hier vorgestellten Klangsprache werden die Laute der Sprache

in der Eurythmie dem Empfinden gemäß ausgedrückt,

aber nicht auf dem Papier mit Buchstaben, sondern mit dem eigenen Körper,

nämlich durch Tanz.

Der eurythmistische Tanz kann jedoch im Gegensatz zur Klangsprache

nicht von einem Gegenüber in seinem Informationsgehalt verstanden werden.

Wenn ein japanischer Eurhythmist einen russischen Eurythmisten trifft,

so kann der Japaner den Russen nicht per Tanz fragen:

''Entschuldigung, können Sie mir den Weg zum Bahnhof erklären?''

Die Bedeutung der Sprache ertrinkt bei einer eurhythmischen Tanzdarstellung

im Meer der vorsprachlichen Musik. (Es gibt auch Musikeurythmie!)

In der Klangsprache kann man ganz normal sprechen und schreiben,

ihr Informationsgehalt ist der einer natürlichen Sprache ähnlich.

Trotzdem sind Eurythmie und Klangsprache insofern verwandt,

als beide Methoden die Sprachlaute bewusst gestalten

und in den Lauten selber deren Bedeutung erkennen und erleben.



Texte, die bereits in die Klangsprache übersetzt wurden:

schlagen - Schmidt - Eis - Ratte - Vulkan - Wurzel

Identität - Kurzschluss - Trehne - Hase



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