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Orve Grammatik

Orve ist eine analytische Sprache. Grammatische Beziehungen werden

hauptsächlich durch Wortstellung und Funktionswörter ausgedrückt.

Vollwörter enden fast immer auf -e. gesprochen als Schwa-Laut.

Substantive, Adjektive und Verben werden nicht nach Person, Geschlecht

oder Kasus flektiert. Einzige Ausnahme: Das Plural S:

lo ta trai lere la soile insekes de negre.

er - tun - versuchen - entfernen - la - Boden - Insekten - von - schwarz.

Er versucht, die Ameisen loszuwerden.

Bei Komposita wird das Plural S nur an das letzte Wort der Kombination drangehängt, also nicht an soile, sondern nur an inseke.

Die normale Satzstellung ist: Subjekt – Prädikat – Ergänzungen

lo ta take la deile in munde kompete.

Er nimmt an einem internationalen Wettbewerb teil.

Aktive Verben stehen nach dem Subjekt.

Im Präsens wird normalerweise ta vor das Verb gesetzt, besser gesagt: ein Wort wird erst dann zum Verb, wenn ein ta davorsteht.

mi ta voje

Ich fahre.

voje (ohne ta) = Fahrt, Reise

Das Verb der Vergangenheit wird durch bin gekennzeichnet.

ju bin singe

Du hast gesungen.

Das Verb der Zukunft wird durch va gekennzeichnet.

vu va vashe

Ihr werdet waschen.

Das Verb „bi bedeutet „sein“ oder „existieren“. Es ist ein eigenständiges Vollverb und keine Kopula.

Wenn bi verwendet wird, steht es wie jedes andere Verb nach dem Prädikatmarker ta. Zum Beispiel: mi ta bi bedeutet „ich bin“ oder „ich existiere“, ju ta bi bedeutet „Sie sind“ und lo ta bi bedeutet „er ist“.

Bei einer Frage nach der Identität einer Person kann deshalb bi verwendet werden: wat persone, ju ta bi? bedeutet „Wer sind Sie?“.

Wenn dagegen ein Name oder ein anderes Nomen direkt angibt, wer oder was jemand ist, wird bi nicht benötigt. mi ta Peter. bedeutet „Ich bin Peter.“ und lo ta dokter. bedeutet „Er ist Arzt.“

Merksatz: bi wird in Orve als eigenständiges Verb „sein/existieren“ verwendet. Es ist nicht die deutsche oder englische Kopula, die zwischen Subjekt und Prädikativ steht.

grase lande ta verde.

Die Wiese ist grün.

Also nicht ta bi, sondern nur ta.

Als Vollverb gibt es das Wort bi:

dat mane bin no bi.

Dieser Mann war es nicht.

Modalverben stehen vor dem folgenden Verb.

nu ta muse orve la korekte baut dat.

Das sollten wir zugeben.

lo ta kane no go.

Er kann nicht laufen.

Die Verneinung no steht vor dem Vollverb.

Das Negationswort no steht unmittelbar vor dem Verb und verneint das gesamte Prädikat.

Schema: Subjekt + ta + no + Verb + Objekt

mi ta no have la feme siste.

Ich habe keine Schwester.

Im Deutschen wird bei diesem Satz die Nominalgruppe verneint („keine Schwester“), während im Orve das gesamte Prädikat verneint wird („nicht haben“). Deshalb steht no im Orve nicht vor dem Objekt, sondern vor dem Verb.

Die Verneinung mit no ist unabhängig davon, ob im Deutschen „nicht“, „kein“, „keine“ usw. verwendet wird.

Das Wort la kennzeichnet das direkte Objekt, es ist kein Artikel.

mi ta nese la medike.

Ich brauche ein Medikament.

Ein indirektes Objekt bzw. ein Empfänger kann mit einer Konjunktion gekennzeichnet werden:

nu bin helpe to vunde anime.

Wir haben dem verletzten Tier geholfen.

de gliedert eine Wortgruppe:

vespe de laste die

Abend - von - letzte - Tag

letzten Abend

Adjektive stehen normalerweise vor dem Substantiv, solange sie mit diesem nicht mehr als zwei Worte bilden.

mikre apatme

kleine Wohnung

soile inseke de negre = Boden - Insekt - von - schwarz = Ameise

Im obigen Beispiel, ein Begriff mit drei Komponenten, wird das Adjektiv "schwarz" hinten mit "de" angefügt.

Adverbien, adverbiale Bestimmungen und Prädikative werden mit in gekennzeichnet. Nach ta allein steht kein in.

mi raite brase ta peine in super forte od vespe de laste die.

Mein rechter Arm schmerzt seit gestern Abend sehr stark.

Das Wort in ist sowieso so etwas wie ein Universalpräposition.

mi feme siste ta nome in Anna.

Meine Schwester heißt Anna.

in steht auch vor dem Prädikativ.

Ein Richtungsadverb, das unmittelbar die Bewegungsrichtung eines Verbs bestimmt, kann ohne in direkt nach dem Verb stehen.

mi ta muse kope, mi vene bake in une ore.

Ich muss einkaufen gehen, ich komme in einer Stunde zurück.

Das Wort ke leitet eine Ja-/Nein-Frage ein:

ke ju bin pense baut dat?

Hast du darüber nachgedacht?

Ein Satzglied kann zur Hervorhebung an den Satzanfang gestellt werden. Wenn es als eigenständiges Thema oder Frageelement vor dem eigentlichen Satz steht, kann es durch ein Komma abgetrennt werden:

wat publike ofise, li ta muse inkontre?

An welche Behörde muss man sich wenden?

Das Wort o wird zur Anrede oder Aufforderung verwendet:

o danke pro helpe, o persones!

Danke für die Hilfe, Leute!

Komplexe Zahlen werden durch bloßes Aneinanderreihen der Einzelzahlen gebildet:

mide value ta jares de trie oite.

Mitte - Wert - tun - Jahre - von - drei - acht.

Der Durchschnitt ist 38 Jahre alt.

Modalwörter oder Abtönungspartikel werden nicht übersetzt:

ju ta apare mau! ke ju ta malade?

Du siehst aber schlecht aus! Bist du krank?

Das Wort "aber" wird in obigen Beispiel nicht übersetzt.

Eigennamen wie Doitshe, Peter, Franse oder Espane werden groß geschrieben. Eigennamen werden in keiner Vokabelliste aufgeführt. Sie werden von der internationalsten Schreibweise abgeleitet und an die Orve Schreibweise angepasst. Außer Eigennamen werden alle Wörter klein geschrieben.

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