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zu den Beispielsätzen von Toki Wawa
Wie viele Wörter braucht eine Pidgin-Sprache wirklich?Toki Pona besteht aus nur etwa 130 Wörtern. Die erweiterte Version Toki Wawa hat rund 450 Wörter. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein überschaubarer Unterschied – nur etwa dreieinhalbmal so viele Wörter. Doch für die tatsächliche Ausdruckskraft einer Sprache zählt nicht die reine Menge, sondern die Zahl der möglichen Bedeutungen und Kombinationen, die dadurch entstehen. Je mehr Wörter eine Sprache besitzt, desto feiner können Gedanken unterschieden werden. Synonyme, Fachbegriffe und präzisere Formulierungen reduzieren Mehrdeutigkeiten und machen Aussagen klarer. Dadurch wächst die Ausdrucksstärke nicht einfach linear, sondern überproportional. Warum steigt die Ausdruckskraft so stark?Man
kann sich das so vorstellen: Ausdruckskraft ≈ Wortanzahl hoch Satzlänge Also zum Beispiel:
Setzt
man nun 130 und 450 Wörter ein, ergibt sich – je nach
angenommener Satzlänge – eine Steigerung der
Ausdruckskraft zwischen etwa 40 fach und 500 fach. Wie findet man den optimalen Wortschatz?Mehr
Wörter bedeuten aber auch mehr Lernaufwand. Deshalb stellt
sich die Frage: Hier hilft ein einfaches, aber aussagekräftiges Modell. Es betrachtet zwei Größen:
Wenn man beides kombiniert, ergibt sich ein Verhältnis: Nutzen pro Aufwand ≈ (W^{k-1}) Das
bedeutet: Wenn man diesen Effekt berücksichtigt, ergibt sich ein natürlicher „Sweet Spot“: Ein Wortschatz zwischen etwa 300 und 600 Wörtern bietet das beste Verhältnis aus Ausdruckskraft und Lernbarkeit. Dieser Bereich ergibt sich nicht aus einer Behauptung, sondern aus der Kombination zweier mathematischer Effekte:
Wo sich beide Kurven schneiden, liegt der optimale Bereich. Warum 450 Wörter ideal sindGenau in diesem Bereich liegt Toki Wawa mit seinen rund 450 Wörtern – groß genug, um komplexe Gedanken sauber auszudrücken, aber klein genug, um schnell und angenehm erlernbar zu bleiben. Es trifft damit einen besonders günstigen Punkt zwischen Minimalismus und praktischer Sprachkraft. Gerne – ich formuliere den gesamten Abschnitt neu, bringe ihn in ein gutes, flüssiges Deutsch und integriere deine Gedanken so, dass der Text stimmig, nachvollziehbar und sprachlich rund wirkt. Ich halte ihn weiterhin allgemeinverständlich, aber mit klarer Argumentation. Was will eine Plansprache eigentlich erreichen?Wie viele Wörter eine Sprache braucht, hängt stark von ihrer Zielsetzung ab. Toki Pona verfolgt radikalen Minimalismus: möglichst wenige Wörter, maximale Einfachheit, bewusste Reduktion. Toki Wawa dagegen hat ein anderes Ziel. Diese Sprache soll im Alltag wirklich sprechbar sein – klar, direkt, vielseitig genug, um normale Gespräche ohne ständige Umschreibungen zu führen. Deshalb fällt Toki Wawa in die Kategorie der Welthilfssprachen: Sprachen, die Menschen aus verschiedenen Kulturen schnell lernen und praktisch anwenden können. Toki Pona kann im Notfall ebenfalls als Hilfssprache dienen, doch sie ist dafür nicht optimal ausgestattet. Die extreme Kürze führt zu vielen Mehrdeutigkeiten, und komplexere Inhalte lassen sich nur umständlich ausdrücken. Toki Wawa bleibt zwar bewusst einfach und begrenzt, bietet aber genug Vokabular, um im Alltag realistisch einsetzbar zu sein – ohne juristische Verträge oder literarische Meisterwerke anzustreben. Dafür ist sie nicht gedacht, und das ist völlig in Ordnung. Ihr Reiz liegt im Praktischen und im Spaßfaktor. Was wäre eine optimale Welthilfssprache?Wenn man eine wirklich globale Hilfssprache entwickeln möchte – eine, die theoretisch sogar bei den Vereinten Nationen funktionieren könnte –, dann führt kein Weg an einer nüchternen Erkenntnis vorbei: Man muss sich an natürlichen Sprachen orientieren. Warum? Daraus folgt fast zwangsläufig:
Und
hier zeigt sich ein klarer Trend: Ich kenne tatsächlich nur eine Plansprache, die diese Kriterien konsequent erfüllt: Europix von Ze do Rock. Sie kombiniert europäische Wortstämme, eine stark vereinfachte Grammatik und eine klare, funktionale Struktur. Wenn man eine optimale Welthilfssprache sucht, ist Europix ein beeindruckend durchdachtes Beispiel. Wo steht Toki Wawa in diesem Spektrum?Toki
Wawa verfolgt ein anderes Ziel – und erfüllt es
hervorragend.
Für
Verträge, Diplomatie oder große Literatur ist sie
nicht gedacht. Und natürlich gibt es viele andere Gründe, eine Kunstsprache zu entwickeln:
Plansprachen
sind Werkzeuge. Und jedes Werkzeug hat seinen Zweck.
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